Woche des Gehirns 2026
Montag, 16.03.2026
Faszination Gehirn – Wie elektrische Signale und unsichtbare Netzwerke unser Denken und Handeln ermöglichen

Sabine Liebscher, Professorin für Systemische Neurobiochemie und Leiterin des Instituts für Neurowissenschaften
In ihrem Vortrag gibt die Neurobiologin und Medizinerin Sabine Liebscher einen leicht verständlichen Einblick in den Aufbau und die Arbeitsweise des Gehirns. Sie erklärt, wie Nervenzellen aufgebaut sind und warum sie sich von anderen Körperzellen unterscheiden. Anhand einfacher Beispiele zeigt sie, wie elektrische Signale entlang von „Nervenleitungen“ laufen und wie sie in chemische Botschaften übersetzt werden. Im Mittelpunkt des Vortrags steht, wie aus vielen Milliarden solcher Zellen große Netzwerke entstehen, die Denken, Fühlen, Erinnern und Handeln ermöglichen. Die Expertin thematisiert auch, wie sich das Gehirn im Laufe des Lebens verändern und anpassen kann und sie greift alltägliche Fragen auf, etwa warum wir manchmal Dinge vergessen und was dem Gehirn guttut.
Dienstag, 17.03.2026
Digitaler Detektiv – Wie KI bei der Erkennung von Hirntumoren und anderen Erkrankungen unterstützen kann

Adelheid Wöhrer, Professorin für Pathologie und Leiterin des Instituts für Neuropathologie und Neuromolekularpathologie
Hirntumore sind insgesamt selten, zeichnen sich aber durch eine Vielzahl – mehr als 130 – Tumortypen aus. Gemeinsam ist ihnen, dass sie für die Betroffenen mit einschneidenden Symptomen wie Kopfschmerzen, epileptischen Anfällen, Sprachstörungen, Lähmungen, Persönlichkeitsveränderungen oder kognitive Beeinträchtigungen einhergehen können. Die Diagnostik ist aufwendig und dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. In diesem Vortrag erklärt die Neuropathologin Adelheid Wöhrer, was Epigenetik ist und warum sie bei Hirntumoren und anderen Krebserkrankungen eine entscheidende Rolle spielt. Sie zeigt auf, wie KI die Diagnosen nicht nur präziser machen, sondern die ungewisse Wartezeit auf wenige Stunden bis Tage beschleunigen kann. Innsbruck ist eines der führenden Zentren Österreichs, wenn es um diese neuartige „ultraschnelle“ Tumordiagnostik geht.
Mittwoch, 18.03.2026
Biologische und Künstliche Intelligenz – Was sie gemeinsam haben und was sie unterscheidet
Jörg Lücke, Professor für Künstliche Intelligenz und Leiter des Forschungslabors AI, Universität Innsbruck
Es ist wohl das erste Mal in der Entwicklungsgeschichte des Menschen, dass eine künstliche Alternative zur menschlichen Intelligenz einen derart großen, gesamtgesellschaftlichen Einfluss ausübt. Dieser Einfluss hat sowohl vielfältige positive als auch vielfältige negative Folgen. Was macht den Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz aus wissenschaftlicher Perspektive aus? Ist das menschliche Gehirn vielleicht sogar ein Auslaufmodell im Vergleich zu den wachsenden Fähigkeiten der KI? Um diese Fragen etwas näher zu beleuchten, lohnt es sich, die Fähigkeiten des Gehirns und die der heutigen KI herauszuarbeiten. Der Leiter des Forschungslabors AI an der Universität Innsbruck, Jörg Lücke, diskutiert in diesem Vortrag die Unterschiede und Gemeinsamkeiten und versucht damit, die oft überinterpretierten Fähigkeiten heutiger KI etwas besser einzuordnen.
Donnerstag, 19.03.2026
Was Veränderungen der Hirnaktivität im Schlaf über unsere Gesundheit sagen – Von klassischer Schlafmedizin bis KI-Analyse

Birgit Högl, Professorin für Neurologie und Leiterin des Zentrums für Schlafmedizin

Matteo Cesari, Senior Scientist und Biomedical Engineer
Guter Schlaf ist entscheidend für unsere Gesundheit – doch wie lässt sich Schlaf objektiv verstehen und bewerten? Während wir schlafen, verändert sich die Hirnaktivität in charakteristischen Mustern. Sie spiegeln die verschiedenen Schlafstadien wider und liefern wichtige Hinweise auf Erholung, Gedächtnisprozesse und Krankheitsmechanismen. Moderne Messmethoden machen diese Hirnaktivitäten hochauflösend sichtbar. Künstliche Intelligenz ermöglicht es zusätzlich, große Datenmengen automatisch auszuwerten und Muster zu erkennen, die mit bloßem Auge schwer erfassbar sind. In ihren Vortrag erklären die Schlafmedizinerin Birgit Högl und der KI-Experte Matteo Cesari, wie sich KI-basierte Ansätze und bewährte schlafmedizinische Konzepte ergänzen und gemeinsam ein tieferes Verständnis von Schlaf und seinen Störungen eröffnen– sowie neue Perspektiven für eine bessere Schlafgesundheit.
Freitag, 20.03.2026
Von Stress zu Stärke: Wie Meditation Gehirn und Verhalten positiv beeinflusst
Stefan Höfer, Assoz.-Professor für Psychologie und Glücksforscher
Beide sind ExpertInnen für Entspannungstechniken
Manche Menschen erzählen Chatbots Dinge, die sie keinem Menschen sagen würden. Andere lassen sich von einer KI motivieren, trösten oder bei Lebensentscheidungen begleiten. Chatbots wie ChatGPT sind längst mehr als technische Helfer. Sie reagieren auf unsere Worte, spiegeln unsere Gefühle und geben uns das Gefühl, gehört zu werden. Was passiert, wenn Maschinen zu Gesprächspartnern werden – und was sagt das über uns?
In diesem Vortrag zeigt der Gesundheitspsychologe und Glücksforscher Stefan Höfer, wie Gespräche mit KI unser Wohlbefinden, unsere Zufriedenheit und unser Glücksempfinden beeinflussen können. Warum fühlen sich manche dieser Dialoge überraschend „nah” an? Weshalb können sie beruhigen, motivieren – aber auch täuschen und abhängig machen? Und wie verändern sie unser Bild davon, was gute Beziehungen und ein gutes Leben sind? Basierend auf Forschung zu positiver Psychologie und aktuellen Entwicklungen in der KI beleuchtet der Vortrag eine stille Revolution: Nicht in den Maschinen – sondern in uns.